Die vier Seiten einer Mitteilung

 

Ist Ihnen bewusst, was Sie alles mit einem einfachen Satz mitteilen? Friedemann Schulz von Thun erkannte, dass in jeder Äußerung vier Seiten stecken: der Sachinhalt, eine Selbstoffenbarung, eine Äußerung zur Beziehung und ein Appell.

 

Wenn wir uns den Satz „Es zieht!“ etwas genauer anschauen, sehen wir:

 

Im Sachinhalt erfahren wir, dass sich im Raum die Luft bewegt.

Die Selbstoffenbarung drückt aus: „Mir ist kalt / unwohl.“ „Ich fürchte krank zu werden.“

Auf der Beziehungsseite hören wir einen Vorwurf: „Ihr nehmt keine Rücksicht auf mich.“

Und der Appell ist: „Macht das Fenster zu.“

 

Selbst wenn keine Worte fallen, erkennen wir die Aussagen auf den vier Seiten. Nehmen wir an, Ihre Kollegin kommt weinend zu Ihnen. Die Selbstoffenbarung zeigt Ihnen, dass sie traurig ist. In der Beziehung erkennen Sie, dass sie Ihnen vertraut und als Appell nehmen Sie wahr, dass Sie trösten sollen.

 

Die Aussage „Ich habe doch gar nichts gesagt ...“ gilt deshalb nicht; auch ohne Worte findet Kommunikation statt. Denn: Wir können nicht nicht kommunizieren.

 

Wenn nun die gesendeten Seiten und die empfangenen Seiten nicht übereinstimmen, kommt es zu Missverständissen.